Die wenigsten Menschen sind sich bewusst, welchen Herausforderungen ihre Zähne tagtäglich ausgesetzt sind. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Zahnpflege, Ernährung, Vitamine und Hausmittel zu starken Zähnen und einem gesunden Zahnschmelz führen. So verhindern Sie nicht nur Zahnschmerzen, sondern auch die Kosten, die irreparabler Zahnschmelzabbau mit sich bringt.

Was ist überhaupt Zahnschmelz?

Wussten Sie, dass Ihr Zahnschmelz die härteste Substanz in Ihrem Körper ist? Kein Wunder – wenn Sie Nahrungsmittel zerkleinern, unterliegt es einem immensen Druck. Er umgibt jede einzelne Zahnkrone und darunter liegendes Zahnbein als 2,5 Millimeter dicke, schützende Hülle.

Der anorganische Zahnschmelz wird weder durchblutet noch von Nerven durchzogen. Das heißt, dass er sich nicht regeneriert, sofern er sich einmal abgebaut hat. Er wird lediglich durch den Speichel remineralisiert, weil er aus mineralischen Substanzen wie Natrium, Kalzium und Magnesium besteht.

Wozu dient mein Zahnschmelz?

Er schützt den darunter liegenden Zahn vor der Entkalkung und Abnutzung, die durch den Verzehr von gewissen Lebensmitteln und Getränken entsteht. Ebenfalls gleicht der Zahnschmelz Temperaturschwankungen aus und verhindert, dass Ihre Zähne durch Bakterien befallen werden.

Wie kommt es zu Zahnschmelzabbau?

Es gibt viele Ursachen für einen beschädigten Zahnschmelz. Das sind einige davon:

  • Refluxerkrankungen (z. B. wegen Bulimie)
  • nächtliches Zähneknirschen
  • einseitige Ernährung: Nahrungsmittel mit einem niedrigen pH-Wert wie Äpfel, Orangen, Tomaten oder Wein und Zucker sind besonders schädlich
  • unzureichende Zahnhygiene

Der Abbau von Zahnschmelz ist daran ersichtlich, dass die Schmelzschicht dünner wird und das darunter liegende dunklere Zahnbein (Dentin) zum Vorschein kommt. In der Folge eines entblößten Zahnbeins kann es zu Karies, Brüchen, Sprüngen, Verfärbungen und erhöhtem Schmerzempfinden kommen.

Wie kann ich meinen Zahnschmelz stärken? | 9 Pflegetipps

Wir haben neun Pflegetipps zusammengestellt, die dabei helfen, die Zähne langfristig zu stärken und Zahnschmelzabbau zu verhindern.

Zahnpaste und Zahnbürste

1. Weiche Zahnbürste bei bereits diagnostiziertem Zahnschmelzabbau

Bei einem diagnostizierten Zahnschmelzabbau ist der Reflex vieler Patienten, häufiger die Zähne zu putzen. Tatsächlich ist das kontraproduktiv: Durch zu viel Putzen können Sie dessen Zustand sogar verschlechtern. Da das freiliegende Dentin nicht so widerstandsfähig wie der Schmelz ist, kann es durch falsche Putztechnik und zu starkes Anpressen der Zahnbürste zu einem weiteren Abbau der Zahnsubstanz kommen und Schmerzen hervorrufen. In diesem Fall empfiehlt es sich auf eine Zahnbürste mit weicheren Borsten umzusteigen und Zahnpasten zu nutzen, die den Zahnschmelz stärken.

2. Fluorid-Zahnpasta benutzen

Gute Zahnärzte, die sich in Thema Gesundheit von Zähnen auskennen, vermitteln ihren Patienten die drei Säulen starken Zahnschmelzes: Gute Ernährung, tägliche Mundhygiene und Fluorid. Letzteres fördert die Aufnahme von Mineralien in den Zahnschmelz (Remineralisation), und hemmt die Demineralisation.

Sie müssen sich nicht vor einer Fluorid-Zahnpasta scheuen. Der Mythos, sie sei giftig, ist inkorrekt. Solange Sie nicht zweimal täglich eine Tube verspeisen, kann Ihr Körper problemlos mit geringen Mengen umgehen. Es ist sogar empfehlenswert, die Zahnpasta nach dem Putzen ausspucken und nicht ganz auszuspülen.

3. In der Not Kaugummi kauen

Wenn Sie unterwegs oder im Stress sind, ist Zähneputzen manchmal nicht möglich. Anstatt den Belag vom Essen stundenlang auf Ihren Zähnen ruhen zu lassen, ist Kaugummi kauen gar keine schlechte Idee.

Dadurch werden die Säuren im Mund neutralisiert. Umso mehr, wenn Sie ein Kaugummi mit Xylitol kauen. Zudem regt es den Speichelfluss an, welcher wiederum eine kariesschützende Wirkung hat.

4. Die richtige Zahnputztechnik (Zungenschaber & Zahnseide) zählt

Ihr Zahnarzt hat es Ihnen sicherlich schon etliche Male gesagt, wir legen es Ihnen ein weiteres Mal ans Herz: Die richtige Zahnputztechnik beugt Zahnfleischkrankheiten sowie Karies vor und verhindert Zahnschmelzabbau.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die richtige Technik und verwenden Sie dabei täglich einen Zungenschaber und Zahnseide. Der gekaufte Zungenschaber lässt sich durch einen Esslöffel ersetzen, der genauso Bakterien entfernen kann. Wer langfristig gesunde, weiße Zähne behalten will, kommt an einer regelmäßigen Zahnpflege nicht vorbei.

5. In Sachen Ernährung geringe Mengen an Säure verzehren

Wir werden Ihnen nicht vorschreiben, vollständig auf zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Nichtsdestotrotz empfehlen wir einen bewussten Umgang mit säurehaltigen Nahrungsmitteln. Falls es zu einer Einnahme kommt, raten wir, das Essen nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Wenn Sie gesüßte Getränke und Speisen, Fruchtsäfte und Marmeladen sowie gewisse Früchte mit einem niedrigen pH-Wert (z. B. Äpfel, Erdbeeren, Grapefruit, Honig, Orangen oder Tomaten) in Masse vermeiden, machen Sie einen großen Schritt in Richtung starke Zähne.

6. Im Alter der Mundtrockenheit entgegenwirken

Im Zahnschmelz werden Mineralienverluste durch den Speichel ausgeglichen. Ebenfalls enthält Speichel antibakterielle Substanzen. Bei Menschen im fortgeschrittenen Alter ist der Mund zunehmend trocken, was zu Zahnschmelzabbau, Karies und Parodontitis führt.

Um das zu verhindern, sollten ältere Menschen möglichst viel Wasser trinken. So wird der Speichelfluss angeregt. Daraus resultieren starke Zähne, widerstandsfähiger Zahnschmelz und gesundes Zahnfleisch.

7. Sorgen Sie für einen den Zahnschmelz fördernden Vitamin- und Mineralienhaushalt

Wie bereits in Tipp 2 erwähnt, begünstigt Fluorid die Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen, die den Zahnschmelz stärken. Diese nehmen Sie in der Regel durch das Essen auf. Wir haben eine Liste mit Nahrungsmitteln zusammengestellt, die besonders gesund für den Zahnschmelz sind:

  • Zwiebeln
  • Milchprodukte
  • Grüntee
  • Birkenzucker
  • Mineralwasser
  • Fisch

Empfehlenswert sind sehr frisches Obst und Gemüse, die reich an Kalzium sind und Vollkornprodukte. Sorgen Sie zudem dafür, dass Ihr Magnesiumspiegel stimmt. Nur so kann Ihr Körper das Kalzium verwerten. Beides ist in den Schüssler Salzen 12 und 22 enthalten. Das Verhältnis von zwei zu eins (Kalzium / Magnesium) ist optimal. Kinder insbesondere sollten für gesundes Zahnfleisch und starke Zähne reichlich Kalzium zu sich nehmen.

8. Hausmittel für starke Zähne

An dieser Stelle gilt es nicht, Ihnen ein magisches Hausmittel zu vermitteln, dass Sie von nun an vor Zahnschmelzabbau schützen wird. Wir heben an dieser Stelle sogar hervor, dass Zahnschmelz, der bereits beschädigt ist, nicht wiederhergestellt werden kann. Der Schaden ist irreparabel, weil Zahnschmelz anorganisch ist.

Sie können lediglich zu Ihrer Mundhygiene beitragen und den Zahnschmelz, der noch vorhanden ist, stärken. Folgende Hausmittel sind uns bekannt:

  • Einen Schluck Pflanzenöl für 20 Minuten im Mund behalten und durch die Zähne einziehen lassen.
  • Rohkost essen: Der Speichelfluss wird angeregt, was zur Remineralisierung beiträgt – das Zahnfleisch wird massiert und der Kiefer gestärkt.

9. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind ein Muss

Sie können eine Menge zu Hause machen, um Zahnschmelzabbau zu verhindern. Nichts wird Sie jedoch vor einem wiederkehrenden Zahnarztbesuch retten. Der richtige Arzt wird kontrollieren, ob mit Ihren Zähnen alles in Ordnung ist und so Schlimmes vorzeitig vermeiden können.

Weiterhin wird er oder sie Ihre Zähne regelmäßig professionell reinigen. Schließlich gilt: Selbst mit der gründlichsten Zahnpflege können Sie nicht alle Bakterien erreichen.

Fazit: Eine gesunde Lebensweise kommt auch Ihren Zähnen zugute

Ist der Zahn einmal beschädigt, ist ein Zahnarztbesuch fällig. Indem Sie Ihren Zahnschmelz stärken, nehmen Sie vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Karies und Bakterien vor.

Zusammengefasst sind es drei Bereiche, wodurch Sie Ihre Zähne stärken und Zahnschmelzabbau verhindern:

  1. Die korrekte Zahnputztechnik mit einer weichen Zahnbürste frühestens 30 Minuten nach dem Essen, die Benutzung von Fluorid-Zahnpasta, Ihre Zungenhygiene, der Notfall-Kaugummi und regelmäßige Zahnarztbesuche.
  2. Eine ausgewogene, mineralstoff- und vitaminhaltige Ernährung. Kinder sollten besonders viel Kalzium zu sich nehmen. Im Alter sollte viel gekaut werden und genügend Wasser getrunken werden.
  3. Die sporadische Verwendung von Hausmitteln und der Einnahme von Rohkost und Pflanzenölen.